Wie werden Wertstoffe recycelt und was passiert mit ihnen?

 

Wertstoff

 

Recyclinyprozeß

 

Recyclingprodukt

GLAS:
Glas, getrennt in grün, weiß und braun
Die nach Farben getrennten Glasscherben gelangen über einen Trichter auf ein Leseband, wo große Fremdanteile manuell aussortiert werden. Ein Magnetabscheider sondert die Eisenanteile ab. Eine Prallmühle zerkleinert die Scherben auf die gewünschte Korngröße und legt noch andere Fremdanteile frei. Nichteisenmetalle werden fotomechanisch entfernt. Leichte Fremdanteile werden über ein Gebläse entfernt. Ein Abscheider trennt die letzten Stör-Stoffe, wie Steine, Keramik, Blei usw. ab. Jetzt wird das gereinigte Glas unter Zusatz von Soda, Sand und Kalk wieder eingeschmolzen und neue Glasbehälter ausgeblasen.
siehe auch:
DER GRÜNE PUNKT - Recycling von Glasverpackungen

 

Aus Glas wird immer wieder neues Glas
PAPIER:In einem Mixer (Pulper) wird das Altpapier mit Wasser aus der Papierproduktion vermischt und in seine Einzelfasern aufgelöst. Grobe Verunreinigungen werden in Reinigungsschleudern entfernt. Das Herauslösen der Druckerfarben geschieht im so genannten De-inking Verfahren. In Heißzerfaserungsanlagen werden zum Beispiel Klebereste von den Papierfasern gelöst. Feine Sieb,- und Sortieranlagen entfernen die letzten Verunreinigungen und der übrig gebliebene Papierbrei wird nun eingedickt, gefiltert und liegt dann als Rohstoff für die Papierindustrie wieder vor.
siehe auch:
DER GRÜNE PUNKT - Recycling von Papier / Pappe / Karton

 

Aus Altpapier werden wieder Druckerzeugnisse hergestellt
KARTONAGEN:Die Kartonagen werden mit Wasser aufgeweicht (ohne Mixer). Danach trennen wieder Siebmaschinen und Zentrifugen (sogenannte Zyklone) Verunreinigungen von den Fasern ab. Bei Kartonagen entfällt der De-inking Prozeß. Die gereinigten Kartonagenfasern werden nun in Lang- bzw. in Kurzfasern getrennt und der Papiermaschine zugeführt. Hier werden lange Kartonagenbahnen hergestellt, die dann durch Preßwalzen und Trocknungsanlagen entwässert werden.
siehe auch:
DER GRÜNE PUNKT - Recycling von Papier / Pappe / Karton
 
Karton wird wieder Karton
STYROPOR:EPS (expandierbares Polystyrol) kann auf verschiedene Arten recycelt werden. Styroporteile können zerkleinert (die Zerkleinerung kann durch erhitzte Metallgitter oder durch Häcksler erfolgen) und direkt wieder als Verpackungschips eingesetzt werden. Kleine Styroporteile werden vermahlen, mit neuem Styropor versetzt und zu allen möglichen Formteilen verpreßt. Styropor kann auch durch Aufschmelzen in den Ausgangsstoff Polystyrol umgesetzt werden, der dann wieder zur Herstellung einfacher Spritzgußteile verwendet wird.Styropor kann vielfach wieder eingesetzt werden
KUNSTSTOFFE:
PS, PP, PE
Kunststoffverpackungen z.B. Hohlkörper, Folien
Beim Kunststoffrecycling werden zwei Arten unterschieden. Das rohstoffliche Recycling und das werkstoffliche Recycling. Zu den rohstofflichen Verfahren zählen Pyrolyse, Hydrierung, Hydrolyse und die Synthesegasgewinnung. Das Synthesegas ist ein Ausgangsprodukt zur Herstellung von Methanol und Ammoniak. Bei den anderen drei Verfahren wird der Kunststoff gecrackt (aufgespalten) und liegt als Kohlenwasserstoff wieder vor, der in den Raffinerien wieder zu verschiedenen Ölen weiterverarbeitet werden kann. Beim werkstofflichen Recycling werden die Kunststoffe zerkleinert, gereinigt und umgeschmolzen. Die Schmelze kann direkt zu Tafeln, Bändern oder Folien verarbeitet werden oder als Spritzguß eingesetzt werden. Ferner kann ein Granulat daraus gewonnen werden, daß als Ausgangsprodukt für viele Bereiche wieder eingesetzt wird.
siehe auch:
DER GRÜNE PUNKT - Recycling von Kunststoffen
DER GRÜNE PUNKT - Recycling von PET
 
Ausgangsstoff für viele Bereiche
KARTONVERBUNDE:
Verbund-/
Getränkeverpackungen
Kartonverbunde, z. B. Getränkekartons, bestehen aus Karton, PE-Folie und Aluminium. Die getrennt gesammelten Kartonverbunde werden zuerst zerkleinert, gewaschen um Verunreinigungen und Restinhalte zu entfernen und dann in einem Frischwasserbecken aufgeweicht, wo sich der Papierfaserstoff von der PE-, Aluverbindung löst. Die Papierfaser treiben nach oben und werden in der Papierindustrie zur Weiterverarbeitung eingesetzt (z, B. Hygienepapiere). Der PE-Aluverband kann z, B. in ein heißes organisches Lösungsmittelbad gegeben werden, wobei das Polyethylen in Lösung übergeht und das Aluminium abgefiltert werden kann. Nach Abkühlung fällt das PE als reiner, weißer Stoff aus. Die Aluminiumfraktion wird zur Herstellung von Neualuminium verwendet und die PE-Fraktion wird zu einem Granulat weiterverarbeitet und als Rohstoff wieder eingesetzt.
siehe auch:
DER GRÜNE PUNKT - Recycling von Getränkekartons
 
Kartonverbunde werden in ihre drei Bestandteile zerlegt und weiterverarbeitet
WEISSBLECHDOSEN:Der Recyclingprozeß beginnt mit dem Erfassen der Weißblechdosen. Aufgrund der magnetischen Eigenschaften lassen sich andere Stoffe, wie z. B. Glas, Aluminium. Steine leicht aussortieren. Nach einer entsprechenden Aufbereitung wird das Weißblech in einem Konverter eingeschmolzen. Der flüssige Stahl wird zu einem Stahlblock gegossen, erneut erhitzt und zur Warmwalzstraße gebracht. Hier werden Stahlbänder von einer Dicke von ca. 2 mm gewalzt. Jetzt wird das Band gebeizt und in einem Kaltwalzwerk bis auf eine Dicke von 0,17 mm heruntergewalzt. Zum Schluß wird das Blech elektrolytisch verzinnt, wodurch wieder neues Weißblech entsteht.
siehe auch:
DER GRÜNE PUNKT - Recycling von Weissblech
 
Weißblechdosen können zu 100% recycelt werden
ALUMINIUM:Aluminium läßt sich praktisch ohne Qualitätseinbußen beliebigoft wiederverwenden. Reinaluminium wird bei 660 Grad Celsius eingeschmolzen und kann direkt wieder in den Kreislaufzurückgeführt werden. Lackierte, beschichtete oder Aluverbunde benötigen eine Vorbehandlung, um die organischen Komponenten abzutrennen. Hierzu eignen sich Pyrolyseanlagen. Die organischen Materialien werden durch ein Schwelverfahren vom Aluminium abgetrennt, wo alle beiden Komponenten getrennt erfaßt werden und einer Weiterverwertung zugeführt werden können.
siehe auch:
DER GRÜNE PUNKT - Recycling von Aluminium
 
Neue Produkte aus Aluminium
ALTEISEN:Das Alteisen, bzw. der Schrott muß auch von anderen Stoffen, wie z. B. Kunststoffen, Kabelisolierungen, Holz, usw. getrennt werden. Ob die verschiedenen Metalle noch in einzelne Fraktionen aussortiert werden müssen, hängt von der Qualitätsanforderung des neuen Stahls ab. Die Metalle werden verpreßt und in den Metallschrotthütten eingeschmolzen. Nach dem Einschmelzen werden verschiedene Zuschlagsstoffe beigemischt, die Einfluß auf Härte. Sprödigkeit und anderen Eigenschatten des neuen Produkts haben. die anfallenden Schlacken werden zum Teil im Straßen-, oder Deichbau eingesetzt. Neue Verfahren ermöglichen eine nahezu komplette Wiederverwertbarkeit der Metallschmelze.Schrott bleibt nicht Schrott
SONSTIGE VERKAUFS-
VERPACKUNGEN,
WIE Z.B. AUS
MISCHKUNSTSTOFFEN,
KORK UND STEINGUT
An den Wertstoffhöfen im Verbandsgebiet werden sämtliche Verkaufsverpackungen mit dem grünen Punkt angenommen. Für die sortenreine Trennung der Mischkunststoffe ist die Technologie noch zu aufwendig und deshalb werden aus diesen Stoffen große und weniger hochwertige Produkte hergestellt, wie z.B. Parkbänke und Lärmschutzwälle, ein rohstoffliches Recycling, d.h. die Kunststoffe werden wieder in ihren Ausgangsstoff Erdöl aufgespalten, ist auch möglich. Kork wird wieder als Dämm-, oder Isolierstoff eingesetzt und auch Steingut kann der Wiederverwertung zugeführt werden.Auch diese Stoffe werden wiederverwertet
ALTKLEIDER/ALTSCHUHEDie brauchbaren Schuhe oder Kleider werden karitativen Einrichtungen, der Dritten Welt oder Ostblockstaaten zu Verfügung gestellt. Für unbrauchbare Kleider und Schuhe ist die Wiederverwertung, da noch kein ausreichender Absatzmarkt vorhanden ist, aus ökonomischer Sicht nicht sinnvoll.Vieles kann man noch verwenden
HAUSHALTSBATTERIEN:

Das Recyceln von Haushaltsbatterien wird noch nicht im großen Umfang durchgeführt. Es bestehen Anlagen, die Batterierecycling betreiben aber aus ökonomischer Sicht noch nicht im großen Maßstab. An den Wertstoffhöfen werden NiCd, quecksilberhaltige Knopfzellen. Lithiumbatterien und Trockenbatterien gesammelt. Auch schadstoffarme Batterien enthalten noch gewisse Mengen an nicht zu vernachlässigten Schadstoffen und müssen somit umweltgerecht entsorgt werden.

 

Recycling erst in wenigen Anlagen

An den Wertstoffhöfen in Städten und Märkten werden außerdem noch Kühlgeräte, Elektro- und Elektronikschrott und Leuchtstoffröhren angenommen.

 

KÜHLSCHRÄNKE:Die Bestandteile eines Kühlgerätes können zu 98 % verwertet werden. Als erstes wird das Öl und das FCKW-haltige Kühlmittel getrennt abgesaugt. In gasdichten Kabinen wird in der so genannten PUR-Schaumentgasung das im Isoliermaterial enthaltene FCKW separiert, das P L) R-Material gemahlen und als Ölbindemittel verwertet. Die restlichen Bestandteile, Stahl, Aluminium, Kupfer und Kunststoffe werden sortiert und der Wiederverwertung zugeführt. Die einzige Fraktion, die noch nicht recycelt wird, sind die PCB-haltigen Kondensatoren, die in Untertagedeponien gebracht werden.98 % wird wiederverwertet z.B. zu Ölbindemittel
ELEKTRO- und ELEKTRONIKSCHROTT:Der Elektro- und Elektronikschrott, vom Haushaltsgerät bis zum Computer, wird bei den Recyclingfirmen nach den verschiedenen Gegenständen getrennt. Die Geräte werden manuell zerlegt und vorsortiert. Schadstoffhaltige Teile, wie zum Beispiel Kondensatoren, Batterien werden ausgebaut und ordnungsgemäß entsorgt. Die Glasfraktion von Bildschirmen und Röhren kann an die Glasindustrie zur Weiterverarbeitung gebracht werden. Alle Metallteile werden an Hüttenwerke geliefert. Das Gemisch an Kunststoffen wird zu Antidröhn matten oder Rohren weiterverarbeitet. Beim Elektronikschrottrecycling beträgt die Wiederverwertungsquote über 90 %.Bestandteile zu 90 % recycelbar
LEUCHTSTOFFRÖHREN, ENERGIESPARLAMPENDie ausgebrannten Leuchtstoffröhren werden z. B.: im so genannten Kapp-Trenn-Verfahren aufbereitet. Die Enden werden vom Glasmittelteil getrennt, das Quecksilber separiert und die metallischen Reststoffe der Verwertung zugeführt. Der jetzt offene Lampenmittelteil wird ausgeblasen und von dem belasteten Leuchtstoff befreit. Das restliche Glas wird zerkleinert und kann wieder als Sekundärrohstoff eingesetzt werden.

Weiter Informationen zum Recycling von Entladungslampen finden Sie unter anderem auf der Homepage der Deutschen Umwelthilfe www.duh.de und auf den Seiten www.Lightcycle.de bzw. www.Lichtzeichen.de .
Rohstoffe für Glas und Metallindustrie